Zufällige Zitate: Vishy Anand über Talent und Arbeit

Foto: Amruta Mokal

“So wie ich es sehe, gleicht Talent … einer Pflanze. Wird es mit harter Arbeit gewässert, dann wächst es, treibt Zweige und blüht. Doch ohne Nahrung geht die Pflanze einfach ein. Mit harter Arbeit gewinnt Talent an Tiefe und Umfang und enthüllt vorher unentdeckte Fähigkeiten. Talent und harte Arbeit … ergänzen sich gegenseitig und versorgen sich gegenseitig mit Nahrung. … Talent gibt es, ohne Frage. Das ist weder Mythos noch Humbug. Talent zeigt einem, dass man für etwas geschaffen ist. Es zeigt etwas, das einem mühelos gelingt und Potenzial für eine Karriere haben könnte. Aber Talent ist nicht alles. Wissen und Wachstum kommen nicht von allein. Man muss bereit sein, Zeit und Mühe zu investieren, manchmal auch ohne sichtbare Fortschritte, denn irgendwann und unerwartet stellen sich die Ergebnisse ein. Wahrscheinlich allerdings nur, wenn man die Arbeit auch leistet. Doch letzten Endes geht es bei harter Arbeit nicht nur darum, sich abzurackern. Es geht darum, intelligent darüber nachzudenken, was man erreichen möchte, über die Ziele, die man sich setzt, wie man besser wird und wie sich all das mit dem verbinden lässt, was einem hilft, diesen Gipfel zu erreichen.”

Vishy Anand, Mind Master: Winning Lessons from a Champion’s Life, Hachette India 2019, S. 125-126.

Über Vishy Anand

Vishy „Viswanathan“ Anand, Schachweltmeister von 2007 bis 2013, wurde am 11. Dezember 1969 in Madras, Tamil Nadu, geboren. Er gilt als eines der größten Schachtalente der Schachgeschichte und war im Laufe seiner Schachkarriere Juniorenweltmeister U20 (1987), FIDE-Weltmeister (2000 bis 2001) und 13-facher Schnellschachweltmeister, zuletzt 2017. Außerdem ist Anand der erste Schachgroßmeister aus Indien, wo seine Erfolge einen Schachboom ausgelöst haben, der immer noch anhält, und der Indien zu einer der bedeutendsten Schachnationen der Welt gemacht hat. Mit einer Elo-Zahl von 2757 liegt Anand aktuell (Dezember 2019) auf Rang 15 der Weltrangliste und ist neben Boris Gelfand und Vassily Ivanchuk einer von nur drei Spielern unter den Top 100 der Welt, die 50 Jahre oder älter sind.

Zu Anands 50. Geburtstag erschien das Buch Mind Master, aus dem das obige Zitat stammt. In diesen autobiographischen Erinnerungen, die er zusammen mit der indischen Sportjournalistin Susan Ninan verfasst hat, berichtet Anand offen, spannend und differenziert über seine Schachkarriere, Weltmeisterschaftskämpfe, Rivalitäten und Freundschaften zwischen Spitzenspielern, Selbstzweifel und Schicksalsschläge und gibt so faszinierende Einblicke in sein Denken und seine Schachlaufbahn.


Viswanathan Anand und Susan Ninan, Mind Master: Winning Lessons from a Champion’s Life, Hachette India 2019

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