Romananfänge – Ein literarischer Adventskalender (21)

Franklin Wharf, Hobart Foto: Michael fromholtz via Wikipedia

Romananfang 21
Grace taugte als Name so gut wie jeder andere, und an diesem Morgen war Grace in Hobart, schlenderte durch eine wohlhabende Ecke von Sandy Bay und besah sich die abgelegenen Anwesen. Ein Freitagmorgen im Frühling, der vom Meer hereinkommende Nebel verzog sich in Richtung Storm Bay und Tasmanische See, das Leben war schön, und in ihren weißen Tennissachen über der Trainingshose, mit Sonnenbrille, Nike-Sneakers und keck getragener Cap fiel sie nicht weiter auf. Ein Tennisschlägergriff lugte aus ihrer Sporttasche hervor und wies sie als eine nicht berufstätige junge Ehefrau aus, vielleicht auch eine junge Berufstätige an ihrem freien Tag, oder sogar – wenn man von der misstrauischen Sorte war – eine getarnte Ehebrecherin.
Doch es klingelten keine Alarmglocken. Kein Grund, sie anzuhalten und zu durchsuchen. Sie gehörte hierher.
Tatsächlich aber versteckte sie sich vor aller Augen;

In welchem Roman versteckt sich Grace – wenn sie denn so heißt – und wer hat ihn geschrieben?

Antwort…

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Verbrechen lohnt sich: Garry Dishers Wyatt

wyattcover-kleinWyatt ist Experte, Profi, ein echter Könner. Er weiß, was er will, ist geduldig, einfallsreich, hartnäckig, klug, diszipliniert, aufmerksam, wach und detailbesessen. Und er ist Berufsverbrecher. Seine Spezialität sind Raubüberfälle, doch auch für Einbruch oder Diebstahl ist er zu haben, Hauptsache, er bleibt unentdeckt und es bringt Geld. Sein Debüt feierte er 1991 im Roman Kickback, dessen deutsche Übersetzung Gier 1999 erschien und im Jahr 2000 den Deutschen Krimipreis gewann. Bis 1997 veröffentlichte Garry Disher, der australische Autor dieser Reihe, fünf weitere Wyatt-Romane, dann gönnte er seinem Anti-Helden eine Pause. Erst 2010, nach 13 Jahren, taucht Wyatt wieder in der Unterwelt Melbournes auf. Was er dort tut, erzählt Disher in Wyatt, einem Roman, der vor kurzem unter dem nicht sehr deutschen Titel Dirty Old Town im Verlag Pulpmaster erschien. Er beginnt mit dem schönen Satz „Wyatt wartete darauf, einen Mann um fünfundsiebzigtausend Dollar zu erleichtern.“ Weiterlesen…

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