Bobby Fischer: Mit Läufer und mit Springer stark

Das neue Karl-Heft, das im Dezember erscheint, widmet sich im Schwerpunkt den verschiedenen Facetten des Läufers. Theoretisch gelten Springer und Läufer als etwa gleich stark, aber manche Spieler bevorzugen die Läufer, andere die Springer. Große Anhänger des Läufers, vor allem des weißfeldrigen, waren Bobby Fischer und Siegbert Tarrasch und im Heft zeigt Yochanan Afek, wie gut Fischer mit den Läufern umgehen konnte. Doch stilistische Eigenheiten hin oder her: Stellungen, in denen man seinen Vorlieben ungehemmt frönen kann, sind selten und natürlich konnten Fischer und Tarrasch auch mit dem Springer etwas anfangen. Was mich an eine Partie von Fischer erinnert, die ich vor langer Zeit in Michael Steans schönem Buch Simple Chess entdeckt habe. weiterlesen

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Im Archiv geblättert: Die Schacholympiade Leipzig 1960

Am 6. Oktober ging in Batumi die 43. Schacholympiade zu Ende und Schacholympiaden wecken bei mir regelmäßig Erinnerungen an frühere Olympiaden. Eine ganz besondere Veranstaltung muss die 14. Schacholympiade gewesen sein, die vor 58 Jahren, vom 26. Oktober bis zum 9. November 1960, in Leipzig gespielt wurde. Spieler wie Mihail Tal, Bobby Fischer (Bild), Mikhail Botvinnik, Tigran Petrosian, Viktor Kortschnoi, Vlastimil Hort oder Paul Keres waren dabei und nach offiziellen Angaben kamen 75.364 Zuschauer ins Ringmessehaus in Leipzig, um diese und andere Schachstars zu sehen.  Zur Erinnerung an Leipzig und an diese Olympiade möchte ich hier noch einmal einen Artikel veröffentlichen, den ich vor einiger Zeit über dieses Highlight in der Geschichte der Schacholympiaden geschrieben habe. weiterlesen

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Denkwürdige Partien: Donald Byrne gegen Bobby Fischer, New York 1956

Kurz vor Weihnachten erschien der neue KARL, die vierte und letzte Ausgabe des Jahres 2017, Schwerpunkt „Denkwürdige Partien“. Das Cover zeigt eine Fotocollage mit dem Partieformular einer der berühmtesten Partien der Schachgeschichte: Donald Byrne gegen Bobby Fischer, gespielt am 17. Oktober 1956 im Marshall Chess Club in New York, in Runde 8 des Lessing Rosenwald Gedenkturniers. Bobby Fischer war damals 13 Jahre alt und diese Partie machte ihn auf einen Schlag berühmt. Auch über 60 Jahre später wirkt sie noch frisch und eindrucksvoll. Zur Partie…

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Bobby Fischer hat Geburtstag

teaser-fischerDer 9. März 1943 ist der Geburtstag von Bobby Fischer, der elfte Weltmeister der Schachgeschichte. Über das exzentrische Genie Fischer ist schon viel geschrieben worden, doch an dieser Stelle möchte ich mich auf eine Partie von ihm beschränken, die vielleicht angemessene Geburtstagserinnerung an einen der besten Schachspieler aller Zeiten. Bei der Suche nach dem passenden Geburtstagsgruß kam mir eine Partie Fischers gegen Anthony Saidy in den Sinn. Als Jugendlicher habe ich sie in einer von Rudolf Teschner geschriebenen Sammlung mit Großmeisterpartien entdeckt und war damals von dem mutigen, energischen und gradlinigen Spiel Fischers tief beeindruckt. Zur Partie…

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Mehr als nur eine Schachpartie

Botwinnik gegen Fischer, Schacholympiade Varna 1962
Der berühmteste sowjetische Schachspieler ist vielleicht Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin. Er sorgte zwar weniger als Schachspieler, sondern mehr als Politiker für Furore, aber seine Schachleidenschaft ist gut belegt, u.a. durch ein Foto aus dem Jahre 1908. Es zeigt den Berufsrevolutionär beim Schach mit Alexander Bogdanov, einem Physiker, Philosophen und Science-Fiction Schriftsteller, der damals mit Lenin um die Vorherrschaft in der bolschewistischen Partei kämpfte. Beide waren Gäste von Maxim Gorki, der sie auf die italienische Insel Capri eingeladen hatte. Doch dieses Urlaubsfoto wurde im Laufe der Zeit mehrfach verändert, und so kursieren verschiedene Versionen, von denen zwei hier abgebildet sind. weiterlesen

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Faszination Fischer

Bobby Fischers Zug …Lxh2 in der ersten Partie des WM-Kampfes Spassky gegen Fischer in Reykjavik 1972 ist einer der berühmtesten Fehler der Schachgeschichte. Und er ist gefilmt worden. Fischer verlor die erste Partie und verlangte, dass die Kameras, die den ganzen Wettkampf filmen sollten, entfernt wurden. Das geschah dann auch, weitere grobe Fehler von Fischer gab es dann auch nicht zu filmen. weiterlesen

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Wie Bobby Fischer den Kalten Krieg gewann: Ein Interview mit John Eidinow

Der Weltmeisterschaftskampf zwischen Bobby Fischer und Boris Spassky in Reykjavik 1972 faszinierte die ganze Welt und beschäftigte das Publikum noch Jahrzehnte danach. 2005, über 30 Jahre nach dem Wettkampf veröffentlichten die britischen Autoren David Edmonds und John Eidinov Bobby Fischer goes to war, eine Dokumentation der Ereignisse in Reykjavik. Nach Ende des Kalten Krieges konnten sie viele bisher unbekannte Dokumente aus amerikanischen und russischen Archiven auswerten. Ich hatte Gelegenheit mit John Eidinov über Fischer, Spassky und den Kalten Krieg zu sprechen. Zum Interview…

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Bobby Fischer: Bücher über einen Mythos

Bobby FischerBobby Fischer wurde am 9. März 1943 im Michael Reese Hospital in Chicago geboren. Seine Mutter, Regina Fischer, war alleinerziehend und damals obdachlos, seine ältere Schwester Joan lebte bei ihrem Großvater Jacob Wender, dem Vater von Regina. Bald nach Bobbys Geburt holte Regina ihre Tochter wieder zu sich und zog auf der Suche nach Arbeit mit ihren beiden Kindern nach Kalifornien, Idaho, Oregon, Illinois und Arizona. 1949 kam sie nach New York. Dort lernte Bobby Schach und wurde später der vielleicht beste Spieler aller Zeiten. Zur Erinnerung an Fischers 71. Geburtstag habe ich letztes Jahr in der April-Ausgabe 2014 der Zeitschrift Schach einen Artikel über deutschsprachige Bücher zum Thema Fischer veröffentlicht. Zum 72. Geburtstag des umstrittenen Genies erscheint dieser Artikel jetzt mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Schach hier im Blog. Zum Artikel…

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Magnus Carlsen – Der beste Schachspieler aller Zeiten?

carlsen_bildMit seinem Sieg gegen Fabiano Caruana am 2. Februar 2014 bei der Zurich Chess Challenge erreichte Magnus Carlsen (Foto: Maria Emilianova) eine virtuelle Elo-Zahl von 2882,6 Punkten, den höchsten Elo-Wert, den je ein Mensch erzielt hat. Aber macht das Carlsen auch zum besten Schachspieler aller Zeiten? Und wenn er es nicht ist, wer ist es dann? Garry Kasparov? Bobby Fischer? Oder vielleicht Emanuel Lasker, Mikhail Botvinnik, José Raul Capablanca oder Paul Morphy? Einen Überblick über diese gern und gelegentlich heiß geführte Diskussion bietet der Artikel “Comparison of top chess players throughout history“ auf der englischsprachigen Wikipedia-Seite. Er zeigt, wie Schachenthusiasten versucht haben, diese Frage mit statistischen Methoden, den Vergleich von Weltmeisterpartien mit Computervorschlägen oder menschlich und subjektiv zu beantworten. Wenig überraschend ohne eindeutiges Ergebnis. Und so kann man sich am Ende, je nach Sympathie für den einen oder anderen Weltmeister, aussuchen, welche Methode und welches Ergebnis einem am besten gefällt.

Weitere Blogbeiträge über Magnus Carlsen: Anand gegen Carlsen: Das Duell und Aus aktuellem Anlass: Wie inspiriert spielt Magnus Carlsen?

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Scheinbar einfach: Bobby Fischer at His Best

Bobby FischerWäre ich jünger oder älter, hätte ich mir vielleicht ein anderes Schachidol gesucht. Doch als ich Schach gelernt habe, sorgte Bobby Fischer für Schlagzeilen und ich wurde Fischer-Fan. Trotz der traurigen Figur, die der Amerikaner nach seinem Rückzug vom Schach 1972 bis zu seinem Lebensende abgegeben hat, bewundere ich seine Partien wegen ihrer Logik und Klarheit immer noch. Anlässlich seines Todestages am 17. Januar 2008 wollte ich deshalb ein Glanzstück des 11. Schachweltmeisters vorstellen. Zugegeben, das geschieht jetzt mit drei Tagen Verspätung, aber vielleicht ist gerade das passend, denn auch Fischer kam zu seinen Partien gerne etwas spät – als hätte sein ganzes Auftreten nicht schon für genug Irritationen gesorgt. Doch nun zum Schach…

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Ein guter Start ist nicht alles: Die Auftaktniederlage

bobby fischer lxh2Heute, am 7. November 2013, beginnt der Wettkampf zwischen Vishy Anand und Magnus Carlsen offiziell, am 9. November spielen Carlsen und Anand die erste Partie des Matches. Man könnte meinen, zu Beginn des Wettkampfs würden es beide Seiten gerne vorsichtig angehen lassen, aber wie die Geschichte der Weltmeisterschaften zeigt, enden Auftaktpartien erstaunlich oft mit Sieg und Niederlage. Einen kleinen Beitrag zu diesem Thema habe ich im KARL-Heft 2/2010 verfasst. Schwerpunkt des Heftes war der WM-Kampf zwischen Anand und Topalov. Ein WM-Kampf, der daran erinnert, wie gut Anand Niederlagen verkraftet: Zum Auftakt verlor er schrecklich, am Ende gewann er den Wettkampf doch noch 6,5:5,5. Zum Artikel…

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Geburtstagskind Michael Bezold: Ein Porträt

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Michael Bezold (Foto: LGA-Turnier Nürnberg)

Der 23. Mai scheint für Schachspieler ein guter Tag zu sein. Kein Geringerer als Anatoli Karpov wurde am 23. Mai 1951 geboren und feiert heute Geburtstag. In guter Gesellschaft des deutschen Großmeisters Michael Bezold, der 1972 im oberfränkischen Bayreuth zur Welt kam. Bezold spielte mit 15 das erste Mal in der Bundesliga, wurde 1991 und 1992 Deutscher Jugendmeister und im Laufe seiner Karriere mehrfach Deutscher Mannschaftsmeister mit Bayern München. Seit seinem Rückzug vom Turnierschach arbeitet er als Software-Entwickler und hat das LGA-Open in Nürnberg als Turnierorganisator zu einem der attraktivsten – und stets überbuchten – Turniere des Schachkalenders gemacht. 2006 habe ich im KARL (1/2006, S. 50-57) ein ausführliches Porträt Bezolds veröffentlicht, in dem er über seine Schachkarriere, Mikhail Botvinnik, Bobby Fischer und vieles mehr spricht. Zur Feier des Tages geht dieses Porträt jetzt online. Zum Porträt

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