Partie des Monats: Oktober 2015

pokalSpieler des Monats war wohl Vladimir Kramnik. Nachdem der Ex-Weltmeister Anfang Oktober in Berlin bei der Schnellschach-Weltmeisterschaft den siebten und bei der Blitz-Weltmeisterschaft den dritten Platz belegt hatte, fuhr er zum Europapokal der Vereinsmannschaften nach Baku. Dort spielte er für die Mannschaft Siberia am ersten Brett bestechend logisches strategisches Schach, holte 4,5 Punkte aus 5 Partien und trug so maßgeblich zum Turniersieg von Siberia bei. Besonders gefreut haben dürfte Kramnik sich über seinen scheinbar mühelosen Sieg gegen Veselin Topalov, mit dem ihn seit dem Weltmeisterschaftskampf 2006 in Elista eine tiefe Abneigung verbindet. Doch so überzeugend und schön Kramniks Partien im Oktober auch waren, die interessanteste Partie des Monats spielte nicht Kramnik, sondern Wesley So.

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Wesley So beim Grand Slam Final Masters in Bilbao (Foto: Turnierseite)

Der aus den Philippinen stammende Großmeister, der in den USA lebt und für die USA spielt, besiegte den Chinesen Ding Liren beim Grand Slam Final Masters in Bilbao im Königsinder mit einem sehenswerten defensiven Damenopfer.

Das blieb allerdings Sos einziger Sieg in Bilbao – zumindest in Partien mit klassischer Bedenkzeit. Denn beim Grand Slam Masters Final, einem doppelrundigen Viererturnier Jeder-gegen-Jeden, war die Remisquote hoch. Der einzige andere Sieg gelang Anish Giri gegen Vishy Anand. Deshalb spielten Giri und So im Anschluss an die klassischen Partien mit verkürzter Bedenkzeit noch einen Stichkampf um den Turniersieg. Den gewann So mit 1,5:0,5 und holte damit den Titel.

Der Vollständigkeit halber hier noch (unkommentiert) Kramniks Sieg gegen Topalov.

Siehe auch:

Partie des Monats: August 2015

Partie des Monats: September 2015

Zum Thema „Defensive Opfer“: Auf das Dach locken…

 

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