Eine erotische Schachpartie: Steve McQueen in „Thomas Crown ist nicht zu fassen“

Er war der „King of Cool“. Steve McQueens Auftreten, sein Aussehen und seine Darstellung gebrochener Helden machten ihn in den sechziger und siebziger Jahren zu einem der höchstbezahlten und beliebtesten Schauspieler Hollywoods. Auch sein Leben klingt wie ein Hollywoodfilm über den American Dream des Aufstiegs vom Tellerwäscher zum Millionär. McQueen kam aus dem, was man heute gerne „schwierige soziale Verhältnisse“ nennt. Seinen Vater, der die Familie kurz nach der Geburt des Sohnes verließ, lernte er nie kennen, und erzogen wurde er von einem Onkel, da auch die Mutter keine Lust hatte, sich um den jungen Steve zu kümmern. Als 14-jähriger kam der spätere Schauspieler in ein Heim für schwer erziehbare Kinder und nachdem er dort seinen Schulabschluss gemacht hatte, zog er als Vagabund durch die USA und Südamerika, bis er mit 17 Jahren dem US State Marine Corps beitrat.

1950 wurde er ehrenhaft aus der Armee entlassen und arbeitete danach als Gelegenheitsarbeiter in den Ölfeldern und als Holzfäller in Kanada. Schließlich landete er in New York, wo er eine Ausbildung zum Schauspieler machte, die er durch Gelegenheitsarbeiten, Motorrad- und Autorennen und als Pokerspieler finanzierte. Der Leidenschaft für Motorräder und Autos blieb McQueen immer treu. Er fuhr sein Leben lang erfolgreich Rennen, doubelte sich auch bei gefährlichen Verfolgungsjahren selber, und als er mit fünfzig Jahren an einer durch Asbest ausgelösten Krebserkrankung starb, hinterließ er eine Sammlung von 210 Motorrädern, 55 Autos und 5 Flugzeugen.

Pokern im Film durfte McQueen 1965 als „Cincinnati Kid“, doch wie cool Schach sein kann, demonstrierte er zusammen mit Faye Dunaway 1968 in dem Film „Thomas Crown ist nicht zu fassen“.


Steve McQueen als Thomas Crown

McQueen spielt in diesem Film Thomas Crown, einen Millionär, der aus Langeweile einen spektakulären Raub organisiert. Obwohl er seine Spuren gut verwischt, kommt ihm die attraktive Versicherungsagentin, die von Faye Dunaway gespielt wird, bald auf die Schliche. Da sie ihn zwar verdächtigt, Drahtzieher des Verbrechens zu sein, ihm aber nichts beweisen kann und sich zu ihm hingezogen fühlt, ergibt sich ein Katz-und-Maus Spiel, das dem Zuschauer nicht nur den längsten Kuss der Filmgeschichte – 55 Sekunden ohne Unterbrechung, gedreht in insgesamt acht Stunden an mehreren Tagen – sondern auch eine Schachpartie voll prickelnder Erotik beschert.

(Erstveröffentlichung: ChessBase, 19. September 2006)

Siehe auch:

Der ultimative Schachfilm

„The King Stay the King“: Schach in The Wire

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