{"id":1492,"date":"2015-03-22T16:35:58","date_gmt":"2015-03-22T15:35:58","guid":{"rendered":"http:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/?p=1492"},"modified":"2017-04-15T17:03:49","modified_gmt":"2017-04-15T15:03:49","slug":"gut-erklaert-boris-gulkos-lessons-with-a-grandmaster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/2015\/03\/22\/gut-erklaert-boris-gulkos-lessons-with-a-grandmaster\/","title":{"rendered":"Gut erkl\u00e4rt: Boris Gulkos \u201eLessons with a Grandmaster\u201c"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1495\" src=\"http:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/cover_teaser.jpg\" alt=\"cover_teaser\" width=\"149\" height=\"225\" \/>Schachdatenbanken mit ihren Millionen von Partien sind wunderbar, verleiten aber zu schlechten Angewohnheiten. Schnell ein paar Tasten gedr\u00fcckt und schon steht ein h\u00fcbscher Mattangriff, ein flottes Damenopfer oder ein studienartiges Endspiel auf dem Brett. Und weil es so sch\u00f6n war, kommt gleich die n\u00e4chste Partie aufs virtuelle Brett. Hat man Fragen, wird die Engine angeworfen \u2013 wenn sie nicht sowieso immer l\u00e4uft. Viel verstanden von den Partien hat man am Ende oft nicht. Da fragt man besser Gro\u00dfmeister Boris Gulko. Der bietet <em>Lessons with a Grandmaster<\/em>.<!--more Ein Beispiel...--><\/p>\n<p>So lautet der Titel eines Buches, in dem Gulko Trainingsstunden simuliert. Auf fast 300 Seiten erl\u00e4utert er 25 seiner Werke, erz\u00e4hlt, wann und unter welchen Umst\u00e4nden die jeweilige Partie gespielt wurde, was er sich bei seinen Z\u00fcgen gedacht hat und welche strategischen Motive und Pl\u00e4ne wichtig sind. In kritischen Momenten stellt Gulko Fragen. Dem Leser, aber vor allem seinem Trainingspartner und Sch\u00fcler Dr. Joel Sneed, \u201eProfessor f\u00fcr Psychologie und Amateurschachspieler\u201c.<\/p>\n<p>Diese Simulation einer Trainingsstunde wirkt gelegentlich k\u00fcnstlich, aber l\u00e4dt ein, sich mit den Partien zu besch\u00e4ftigen. Das lohnt, denn Gulkos Erkl\u00e4rungen sind klar, pr\u00e4zise und pointiert. Zur Illustration hier eine auf den ersten Blick unspektakul\u00e4re Partie ohne Opferangriffe, komplizierte taktische Verwicklungen und offensichtliche Dramatik. Aber auf den zweiten Blick und mit Gulkos (in den folgenden Anmerkungen gek\u00fcrzten) Erkl\u00e4rungen wird die Partie lehrreich und unterhaltsam.<\/p>\n\n\n<p class=\"rpbchessboard-spacerBefore\"><\/p>\n\n<div id=\"rpbchessboard-69e3d0fa08da9-1\" class=\"rpbchessboard-chessgame\">\n\t<noscript>\n\t\t\t\t<div class=\"rpbchessboard-noJavascriptBlock\">[Event &quot;Biel&quot;]\r\n[Site &quot;Biel&quot;]\r\n[Date &quot;1987.??.??&quot;]\r\n[Round &quot;?&quot;]\r\n[White &quot;Gulko, Boris F&quot;]\r\n[Black &quot;Huebner, Robert&quot;]\r\n[Result &quot;1-0&quot;]\r\n[ECO &quot;D46&quot;]\r\n[WhiteElo &quot;2565&quot;]\r\n[BlackElo &quot;2610&quot;]\r\n[PlyCount &quot;131&quot;]\r\n[EventDate &quot;1987.07.??&quot;]\r\n[EventRounds &quot;14&quot;]\r\n[EventCountry &quot;SUI&quot;]\r\n[EventCategory &quot;13&quot;]\r\n[Source &quot;ChessBase&quot;]\r\n[SourceDate &quot;1988.04.01&quot;]\r\n\r\n1. d4 Nf6 2. c4 c6 3. Nc3 d5 4. e3 e6 5. Nf3 Nbd7 6. Bd3 Bb4 7. O-O O-O 8. Qc2\r\nQe7 9. a3 dxc4 10. Bxc4 Bd6 11. h3 {Hier kommt es zum ersten Mal zum\r\nZwiegespr\u00e4ch zwischen Boris Gulko und Joel Sneed: &#8220;Boris: Der Beginn einer\r\nReihe prophylaktischer Z\u00fcge. Nach 11.e4 h\u00e4tte Schwarz 11&#8230;e5 mit gutem\r\nSpiel geantwortet. Joel: Aber Schwarz spielt doch sowieso 11&#8230;e5. Was macht\r\ndas f\u00fcr einen Unterschied, ob der wei\u00dfe Bauer in dieser Stellung auf e3 oder\r\ne4 steht? Boris: Das ist eine sehr interessante und wichtige Frage, aber ich\r\nglaube, ein paar Z\u00fcge sp\u00e4ter kann man sie leichter beantworten.&#8221;} e5 12. Ba2\r\nb6 ({&#8220;Boris: Jetzt ist es nicht leicht f\u00fcr Schwarz, einen Zug zu finden. &#8230;} \r\n12... e4 13. Ng5 {ist schlecht f\u00fcr Schwarz. St\u00fcnde mein Bauer hier auf h2\r\nanstatt auf h3, k\u00f6nnte Schwarz &#8230;Lxh2+, &#8230;Sg4+ und Dxg5 spielen.&#8221;}) 13. Re1\r\nBa6 14. e4 exd4 15. Nxd4 Qe5 16. Nf3 Qh5 17. Qd1 $1 {Ein \u00fcberraschender\r\nR\u00fcckzug, mit dem Wei\u00df sich das L\u00e4uferpaar sichert.} Be5 {Die einzige\r\nM\u00f6glichkeit, den L\u00e4ufer in Sicherheit zu bringen und den Vorsto\u00df e5 zu\r\nverhindern.} 18. Nxe5 Nxe5 19. Qxh5 Nxh5 20. Rd1 $1 {&#8220;Boris: Ein\r\nprophylaktischer Zug, damit Schwarz kein Tempo gewinnt, wenn er &#8230;Sd3 spielt.\r\n20.Td1 ist ein Zug im Stile Karpovs (man zieht eine Figur, bevor sie\r\nangegriffen wird).&#8221;} Nd3 21. b4 Rad8 (21... Nxc1 {l\u00f6st die schwarzen Probleme\r\nnicht, zum Beispiel:} 22. Raxc1 Rfd8 23. b5 $1 Bxb5 24. Nxb5 cxb5 25. Rxd8+\r\nRxd8 26. Rc7 {mit klarem Vorteil f\u00fcr Wei\u00df.}) 22. Bg5 Rd7 {Wei\u00df hat das\r\nL\u00e4uferpaar, aber daf\u00fcr ist es Schwarz gelungen, seinen Springer nach d3 zu\r\nstellen. Wei\u00df scheint, wenn \u00fcberhaupt, nur etwas besser zu stehen. Aber\r\nGulko gelingt es, seinen kleinen Vorteil festzuhalten und auszubauen.} 23. Rd2\r\nh6 24. Be3 Rfd8 25. Rad1 Nf6 {Schwarz deckt den Turm auf d7 und droht jetzt 26.\r\n..Sb2 mit Ausgleich &#8211; nach dem Tausch der T\u00fcrme will er seinen Springer oder\r\nseinen L\u00e4ufer nach c4 bringen. Mit seinem n\u00e4chsten Zug unterbindet Wei\u00df\r\ndieses Befreiungsman\u00f6ver.} 26. Bb3 $1 Ne5 (26... Nb2 $4 27. Rxb2) 27. f4 Rxd2\r\n28. Rxd2 Rxd2 29. Bxd2 Nd3 30. g4 {Verhindert &#8230;Sh5.} Ne8 31. Bc2 {Droht 32.\r\nb5.} Bc4 32. Ba4 b5 {&#8220;Boris: Ein gro\u00dfer Erfolg f\u00fcr Wei\u00df. Die schwarze\r\nBauernstruktur am Damenfl\u00fcgel ist jetzt geschw\u00e4cht und die Bauernmehrheit\r\nnicht mehr so bedeutsam.&#8221;} 33. Bc2 Nc7 34. Be3 a6 35. Kh2 f6 36. Kg3 Ne6 37. h4\r\ng5 {In kritischen Positionen fragt Gulko seinen Sch\u00fcler Sneed &#8211; und\r\nnat\u00fcrlich die Leser des Buches &#8211; nach der besten Fortsetzung. So auch hier:\r\n&#8220;Wie kann Wei\u00df seinen Vorteil zementieren?&#8221; Dann folgt die Antwort Sneeds und\r\nGulkos abschlie\u00dfende Bewertung der Stellung. Hier sieht das so aus: &#8220;Joel:\r\nSchwarz droht, den Bauern f4 zu gewinnen, und das hei\u00dft, Wei\u00df muss den\r\nBauern entweder nach vorne ziehen, was dem Springer einen phantastischen\r\nVorposten auf e5 geben w\u00fcrde, oder den Springer auf d3 nehmen, was zu einem\r\nEndspiel mit ungleichfarbigen L\u00e4ufern f\u00fchrt. &#8230; Halt, halt. Ich gehe da\r\nganz falsch heran. Wei\u00df hat eine Bauernmehrheit am K\u00f6nigsfl\u00fcgel. Er muss\r\nseine Bauern nach vorne bringen und einen Freibauern bilden, der Schwarz\r\nbindet, wodurch die wei\u00dfen Figuren am Damenfl\u00fcgel angreifen k\u00f6nnen. Deshalb\r\nmuss Wei\u00df auf d3 nehmen, denn der Springer d3 kontrolliert f4 und e5.&#8221; Mit\r\ndieser Antwort ist Gulko zufrieden: &#8220;Boris: Sehr gut! Bronstein hat einmal\r\ngeschrieben, dass der Vorteil des L\u00e4uferpaars darin besteht, dass es im\r\ngeeigneten Moment leicht ist, einen von ihnen abzutauschen.&#8221;} 38. Bxd3 $1 Bxd3\r\n39. hxg5 hxg5 40. f5 Nc7 41. Bb6 Ne8 42. Bc5 Kf7 43. Kf3 Nc7 44. Bd6 Na8 ({\r\nGulko: &#8220;Ich wollte sehen, ob H\u00fcbner} 44... Ne8 {spielt, wonach} 45. Bg3 Ke7\r\n46. e5 {leicht gewinnt. Wenn der Gegner keine aktiven M\u00f6glichkeiten hat, dann\r\nvernichtet er sich oft selber, also gibt es keinen Grund, die Dinge zu\r\n\u00fcberst\u00fcrzen.&#8221;}) 45. Bc5 Nc7 46. Ke3 Bf1 47. Nd1 Ke8 48. Kd4 Kd7 49. Bb6 Ne8\r\n50. e5 {Mit diesem Vorsto\u00df bildet Wei\u00df den angestrebten Freibauern. Auch die\r\nungleichfarbigen L\u00e4ufer retten Schwarz nicht.} fxe5+ 51. Kxe5 Be2 52. Nf2 Nd6\r\n53. Kf6 Nc4 54. Bc5 a5 55. Kg7 axb4 56. axb4 Ne5 57. Bd4 Nf3 58. Bc3 c5 59.\r\nbxc5 Kc6 60. f6 Bc4 61. Nd3 b4 62. Ne5+ Nxe5 63. Bxe5 Kxc5 64. f7 Bxf7 65. Kxf7\r\nKd5 66. Bb2 {Gulko: &#8220;In dieser Partie verlangte die Logik des Kampfs nach\r\neiner Vereinfachung der Stellung. Starke Spieler m\u00fcssen darauf eingestellt\r\nsein, alle Arten von Schach zu spielen. Ich glaube, das Hauptthema dieser\r\nPartie ist Prophylaxe, die hier das schwarze Gegenspiel unterbunden und mir\r\nerlaubt hat, mein Er\u00f6ffnungsvorteil die ganze Partie \u00fcber festzuhalten.&#8221;} 1-0<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"rpbchessboard-javascriptWarning\">\n\t\t\tSie m\u00fcssen JavaScript aktivieren, um die Notation zu verbessern.\t\t<\/div>\n\t<\/noscript>\n\t<div class=\"rpbchessboard-chessgameAnchor\"><\/div>\n\t<script type=\"text\/javascript\">\n\t\tjQuery(document).ready(function($) {\n\t\t\t\t\t\t$.chessgame.navigationButtonClass  = 'rpbchessboard-jQuery-enableSmoothness';\n\t\t\t$.chessgame.navigationFrameClass   = 'wp-dialog';\n\t\t\t$.chessgame.navigationFrameOptions = {\"squareSize\":40,\"showCoordinates\":true,\"colorset\":\"original\",\"pieceset\":\"cburnett\",\"animationSpeed\":200,\"showMoveArrow\":false};\n\t\t\tvar selector = '#' + \"rpbchessboard-69e3d0fa08da9-1\" + ' .rpbchessboard-chessgameAnchor';\n\t\t\t$(selector).removeClass('rpbchessboard-chessgameAnchor').chessgame({\"pgn\":\"[Event \\\"Biel\\\"]\\r\\n[Site \\\"Biel\\\"]\\r\\n[Date \\\"1987.??.??\\\"]\\r\\n[Round \\\"?\\\"]\\r\\n[White \\\"Gulko, Boris F\\\"]\\r\\n[Black \\\"Huebner, Robert\\\"]\\r\\n[Result \\\"1-0\\\"]\\r\\n[ECO \\\"D46\\\"]\\r\\n[WhiteElo \\\"2565\\\"]\\r\\n[BlackElo \\\"2610\\\"]\\r\\n[PlyCount \\\"131\\\"]\\r\\n[EventDate \\\"1987.07.??\\\"]\\r\\n[EventRounds \\\"14\\\"]\\r\\n[EventCountry \\\"SUI\\\"]\\r\\n[EventCategory \\\"13\\\"]\\r\\n[Source \\\"ChessBase\\\"]\\r\\n[SourceDate \\\"1988.04.01\\\"]\\r\\n\\r\\n1. d4 Nf6 2. c4 c6 3. Nc3 d5 4. e3 e6 5. Nf3 Nbd7 6. Bd3 Bb4 7. O-O O-O 8. Qc2\\r\\nQe7 9. a3 dxc4 10. Bxc4 Bd6 11. h3 {Hier kommt es zum ersten Mal zum\\r\\nZwiegespr\\u00e4ch zwischen Boris Gulko und Joel Sneed: &#8220;Boris: Der Beginn einer\\r\\nReihe prophylaktischer Z\\u00fcge. Nach 11.e4 h\\u00e4tte Schwarz 11&#8230;e5 mit gutem\\r\\nSpiel geantwortet. Joel: Aber Schwarz spielt doch sowieso 11&#8230;e5. Was macht\\r\\ndas f\\u00fcr einen Unterschied, ob der wei\\u00dfe Bauer in dieser Stellung auf e3 oder\\r\\ne4 steht? Boris: Das ist eine sehr interessante und wichtige Frage, aber ich\\r\\nglaube, ein paar Z\\u00fcge sp\\u00e4ter kann man sie leichter beantworten.&#8221;} e5 12. Ba2\\r\\nb6 ({&#8220;Boris: Jetzt ist es nicht leicht f\\u00fcr Schwarz, einen Zug zu finden. &#8230;} \\r\\n12... e4 13. Ng5 {ist schlecht f\\u00fcr Schwarz. St\\u00fcnde mein Bauer hier auf h2\\r\\nanstatt auf h3, k\\u00f6nnte Schwarz &#8230;Lxh2+, &#8230;Sg4+ und Dxg5 spielen.&#8221;}) 13. Re1\\r\\nBa6 14. e4 exd4 15. Nxd4 Qe5 16. Nf3 Qh5 17. Qd1 $1 {Ein \\u00fcberraschender\\r\\nR\\u00fcckzug, mit dem Wei\\u00df sich das L\\u00e4uferpaar sichert.} Be5 {Die einzige\\r\\nM\\u00f6glichkeit, den L\\u00e4ufer in Sicherheit zu bringen und den Vorsto\\u00df e5 zu\\r\\nverhindern.} 18. Nxe5 Nxe5 19. Qxh5 Nxh5 20. Rd1 $1 {&#8220;Boris: Ein\\r\\nprophylaktischer Zug, damit Schwarz kein Tempo gewinnt, wenn er &#8230;Sd3 spielt.\\r\\n20.Td1 ist ein Zug im Stile Karpovs (man zieht eine Figur, bevor sie\\r\\nangegriffen wird).&#8221;} Nd3 21. b4 Rad8 (21... Nxc1 {l\\u00f6st die schwarzen Probleme\\r\\nnicht, zum Beispiel:} 22. Raxc1 Rfd8 23. b5 $1 Bxb5 24. Nxb5 cxb5 25. Rxd8+\\r\\nRxd8 26. Rc7 {mit klarem Vorteil f\\u00fcr Wei\\u00df.}) 22. Bg5 Rd7 {Wei\\u00df hat das\\r\\nL\\u00e4uferpaar, aber daf\\u00fcr ist es Schwarz gelungen, seinen Springer nach d3 zu\\r\\nstellen. Wei\\u00df scheint, wenn \\u00fcberhaupt, nur etwas besser zu stehen. Aber\\r\\nGulko gelingt es, seinen kleinen Vorteil festzuhalten und auszubauen.} 23. Rd2\\r\\nh6 24. Be3 Rfd8 25. Rad1 Nf6 {Schwarz deckt den Turm auf d7 und droht jetzt 26.\\r\\n..Sb2 mit Ausgleich &#8211; nach dem Tausch der T\\u00fcrme will er seinen Springer oder\\r\\nseinen L\\u00e4ufer nach c4 bringen. Mit seinem n\\u00e4chsten Zug unterbindet Wei\\u00df\\r\\ndieses Befreiungsman\\u00f6ver.} 26. Bb3 $1 Ne5 (26... Nb2 $4 27. Rxb2) 27. f4 Rxd2\\r\\n28. Rxd2 Rxd2 29. Bxd2 Nd3 30. g4 {Verhindert &#8230;Sh5.} Ne8 31. Bc2 {Droht 32.\\r\\nb5.} Bc4 32. Ba4 b5 {&#8220;Boris: Ein gro\\u00dfer Erfolg f\\u00fcr Wei\\u00df. Die schwarze\\r\\nBauernstruktur am Damenfl\\u00fcgel ist jetzt geschw\\u00e4cht und die Bauernmehrheit\\r\\nnicht mehr so bedeutsam.&#8221;} 33. Bc2 Nc7 34. Be3 a6 35. Kh2 f6 36. Kg3 Ne6 37. h4\\r\\ng5 {In kritischen Positionen fragt Gulko seinen Sch\\u00fcler Sneed &#8211; und\\r\\nnat\\u00fcrlich die Leser des Buches &#8211; nach der besten Fortsetzung. So auch hier:\\r\\n&#8220;Wie kann Wei\\u00df seinen Vorteil zementieren?&#8221; Dann folgt die Antwort Sneeds und\\r\\nGulkos abschlie\\u00dfende Bewertung der Stellung. Hier sieht das so aus: &#8220;Joel:\\r\\nSchwarz droht, den Bauern f4 zu gewinnen, und das hei\\u00dft, Wei\\u00df muss den\\r\\nBauern entweder nach vorne ziehen, was dem Springer einen phantastischen\\r\\nVorposten auf e5 geben w\\u00fcrde, oder den Springer auf d3 nehmen, was zu einem\\r\\nEndspiel mit ungleichfarbigen L\\u00e4ufern f\\u00fchrt. &#8230; Halt, halt. Ich gehe da\\r\\nganz falsch heran. Wei\\u00df hat eine Bauernmehrheit am K\\u00f6nigsfl\\u00fcgel. Er muss\\r\\nseine Bauern nach vorne bringen und einen Freibauern bilden, der Schwarz\\r\\nbindet, wodurch die wei\\u00dfen Figuren am Damenfl\\u00fcgel angreifen k\\u00f6nnen. Deshalb\\r\\nmuss Wei\\u00df auf d3 nehmen, denn der Springer d3 kontrolliert f4 und e5.&#8221; Mit\\r\\ndieser Antwort ist Gulko zufrieden: &#8220;Boris: Sehr gut! Bronstein hat einmal\\r\\ngeschrieben, dass der Vorteil des L\\u00e4uferpaars darin besteht, dass es im\\r\\ngeeigneten Moment leicht ist, einen von ihnen abzutauschen.&#8221;} 38. Bxd3 $1 Bxd3\\r\\n39. hxg5 hxg5 40. f5 Nc7 41. Bb6 Ne8 42. Bc5 Kf7 43. Kf3 Nc7 44. Bd6 Na8 ({\\r\\nGulko: &#8220;Ich wollte sehen, ob H\\u00fcbner} 44... Ne8 {spielt, wonach} 45. Bg3 Ke7\\r\\n46. e5 {leicht gewinnt. Wenn der Gegner keine aktiven M\\u00f6glichkeiten hat, dann\\r\\nvernichtet er sich oft selber, also gibt es keinen Grund, die Dinge zu\\r\\n\\u00fcberst\\u00fcrzen.&#8221;}) 45. Bc5 Nc7 46. Ke3 Bf1 47. Nd1 Ke8 48. Kd4 Kd7 49. Bb6 Ne8\\r\\n50. e5 {Mit diesem Vorsto\\u00df bildet Wei\\u00df den angestrebten Freibauern. Auch die\\r\\nungleichfarbigen L\\u00e4ufer retten Schwarz nicht.} fxe5+ 51. Kxe5 Be2 52. Nf2 Nd6\\r\\n53. Kf6 Nc4 54. Bc5 a5 55. Kg7 axb4 56. axb4 Ne5 57. Bd4 Nf3 58. Bc3 c5 59.\\r\\nbxc5 Kc6 60. f6 Bc4 61. Nd3 b4 62. Ne5+ Nxe5 63. Bxe5 Kxc5 64. f7 Bxf7 65. Kxf7\\r\\nKd5 66. Bb2 {Gulko: &#8220;In dieser Partie verlangte die Logik des Kampfs nach\\r\\neiner Vereinfachung der Stellung. Starke Spieler m\\u00fcssen darauf eingestellt\\r\\nsein, alle Arten von Schach zu spielen. Ich glaube, das Hauptthema dieser\\r\\nPartie ist Prophylaxe, die hier das schwarze Gegenspiel unterbunden und mir\\r\\nerlaubt hat, mein Er\\u00f6ffnungsvorteil die ganze Partie \\u00fcber festzuhalten.&#8221;} 1-0\",\"pieceSymbols\":\"localized\",\"navigationBoard\":\"scrollLeft\",\"showFlipButton\":true,\"showDownloadButton\":true,\"navigationBoardOptions\":{\"squareSize\":40,\"showCoordinates\":true,\"colorset\":\"original\",\"pieceset\":\"cburnett\",\"animationSpeed\":200,\"showMoveArrow\":false},\"diagramOptions\":{\"squareSize\":40,\"showCoordinates\":true,\"colorset\":\"original\",\"pieceset\":\"cburnett\",\"animationSpeed\":200,\"showMoveArrow\":false}});\n\t\t});\n\t<\/script>\n<\/div>\n\n<p class=\"rpbchessboard-spacerAfter\"><\/p>\n\n<p>Auf einmal begreift man, was mit dem Zauberwort \u201eProphylaxe\u201c gemeint ist. Wie man durch Gulkos Erkl\u00e4rungen \u00fcberhaupt eine Menge \u00fcber Strategie, Entscheidungsfindung, schachliches Denken und die Kunst des Positionsspiels lernt. Das macht Spa\u00df \u2013 wenn man sich die Zeit daf\u00fcr nimmt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1494\" src=\"http:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/cover360.jpg\" alt=\"cover360\" width=\"360\" height=\"544\" srcset=\"https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/cover360.jpg 360w, https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/cover360-199x300.jpg 199w\" sizes=\"(max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><br \/>\nBoris Gulko &amp; Dr. Joel Sneed<br \/>\n<em>Lessons with a Grandmaster: Enhance your chess strategy and<br \/>\npsychology with Boris Gulko<\/em><br \/>\nEveryman 2011, 298 Seiten, ca. 19,95 Euro<\/p>\n<p>Das Besprechungsexemplar wurde freundlicherweise von der Firma <a href=\"https:\/\/www.schachversand.de\/startneu2.htm\">Schach Niggemann<\/a> zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber die Autoren (Covertext)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Boris Gulko<\/strong> war lange Jahre einer der f\u00fchrenden Gro\u00dfmeister der Welt. Er ist ehemaliger Meister der Sowjetunion und hat nach seiner Immigration 1986 auch die US-Meisterschaft zwei Mal gewonnen, was ihn zu dem einzigen Schachspieler macht, der Landesmeister der USA und der Sowjetunion war.<\/p>\n<p><strong>Dr. Joel Sneed<\/strong> ist Professor f\u00fcr Psychologie am Queens College der City University of New York, Schachenthusiast und Sch\u00fcler von Boris Gulko.<\/p>\n<div class='sfsi_Sicons' style='width: 100%; display: inline-block; vertical-align: middle; text-align:left'><div style='margin:0px 8px 0px 0px; line-height: 24px'><span><\/span><\/div><div class='sfsi_socialwpr'><div class='sf_subscrbe' style='text-align:left;vertical-align: middle;float:left;width:64px'><a href=\"http:\/\/www.specificfeeds.com\/widgets\/emailSubscribeEncFeed\/Q0FJU2IrL21rdElzb0J1Mnd4UWp5M2JZMHQ5YXBNTW01ZnhPcUtDWnpWVFVEcEgvdGwvUHQ3R2lnWTEyVjh2WmFlaE1KbEw2YnBuZ3hRMFFqNEZoQWgyNFlqRGZydzNJZEFYS3VPMjhCZVNHbFNuNU5qbXI1OGNjeW8zb1dXVlh8aDdxZGtDYTZTaTNPNTZZcENLZXhwbkF0bTlJWFpwWitxQTAwdHRkU3VOdz0=\/OA==\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-content\/plugins\/ultimate-social-media-icons\/images\/follow_subscribe.png\" alt=\"error\" \/><\/a><\/div><div class='sf_fb' style='text-align:left;vertical-align: middle;width:98px'><div class=\"fb-like\" data-href=\"https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/2015\/03\/22\/gut-erklaert-boris-gulkos-lessons-with-a-grandmaster\/\" data-width=\"180\" data-send=\"false\" data-show-faces=\"false\"  data-action=\"like\" data-share=\"true\"data-layout=\"button\" ><\/div><\/div><div class='sf_twiter' style='text-align:left;float:left;vertical-align: middle;width:auto'><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share\" data-count=\"none\" class=\"sr-twitter-button twitter-share-button\" lang=\"en\" data-url=\"https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/2015\/03\/22\/gut-erklaert-boris-gulkos-lessons-with-a-grandmaster\/\" data-text=\"Gut erkl\u00e4rt: Boris Gulkos \u201eLessons with a Grandmaster\u201c\" ><\/a><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schachdatenbanken mit ihren Millionen von Partien sind wunderbar, verleiten aber zu schlechten Angewohnheiten. Schnell ein paar Tasten gedr\u00fcckt und schon steht ein h\u00fcbscher Mattangriff, ein flottes Damenopfer oder ein studienartiges&hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[196,197],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1492"}],"collection":[{"href":"https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1492"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1492\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2079,"href":"https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1492\/revisions\/2079"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1492"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1492"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1492"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}