{"id":1169,"date":"2014-02-19T21:42:54","date_gmt":"2014-02-19T20:42:54","guid":{"rendered":"http:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/?p=1169"},"modified":"2017-08-27T08:08:40","modified_gmt":"2017-08-27T06:08:40","slug":"erst-verwirren-dann-gewinnen-strategem-nr-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/2014\/02\/19\/erst-verwirren-dann-gewinnen-strategem-nr-20\/","title":{"rendered":"Erst verwirren, dann gewinnen: Strategem Nr. 20"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1170\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1170\" class=\"size-full wp-image-1170\" src=\"http:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/strategem20.jpg\" alt=\"Quelle: Wikipedia\" width=\"225\" height=\"185\" \/><p id=\"caption-attachment-1170\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: Wikipedia<\/p><\/div>\n<p>Macht der Gegner keinen Fehler, kann man im Schach nicht gewinnen. Und da man in komplizierten Stellungen leichter Fehler macht als in einfachen, streben Spieler, die gewinnen wollen, gern nach Komplikationen. Bewusst oder unbewusst befolgen sie dabei die Maximen des Strategems Nr. 20 der ehemals geheimen chinesischen 36 Strategeme: \u201eDas Wasser aufw\u00fchlen, um den Fisch zu fangen\u201c. Ein gro\u00dfer Experte dieser Strategie war der D\u00e4ne Bent Larsen.<!--more K\u00f6nigsmarsch und Damenopfer... --><\/p>\n<p>Bent Larsen (geboren am 4. M\u00e4rz 1935 im d\u00e4nischen Thisted, gestorben am 9. September 2010 im argentinischen Buenos Aires) geh\u00f6rte in den 60er Jahren und Anfang der 70er zu den st\u00e4rksten und erfolgreichsten Spielern der Welt. Er galt als originell und k\u00e4mpferisch und verbl\u00fcffte immer wieder mit neuen und ungebr\u00e4uchlichen Er\u00f6ffnungsideen.<\/p>\n<p>Doch nicht nur das. So schreibt Yasser Seirawan in <i><a href=\"http:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/2013\/05\/31\/schachleidenschaft-yasser-seirawans-chess-duels\/\">Chess Duels<\/a><\/i>: \u201eBent Larsen ist mein wahrer Schachheld und dieses Buch ist ihm gewidmet. Von all den Meistern, die ich je getroffen habe, bewundere ich Bent am meisten. Das liegt nicht nur an der St\u00e4rke seines Charakters, seinem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Geist, seiner Sprachbegabung, seinem wunderbaren Sinn f\u00fcr Humor und seinem absoluten Siegeswillen am Brett. Er hat alle diese Eigenschaften und noch viel, viel mehr: Er ist ein Mensch mit Charakter, mit Prinzipien, und am wichtigsten, er ist au\u00dferdem ein wirklich freundlicher, herzlicher Mensch. \u2026 Er ist so welterfahren und anst\u00e4ndig wie man es nur sein kann. Ich liebe ihn!\u201c (Yasser Seirawan, <i>Chess Duels<\/i>, Everyman 2010, S. 46)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/220px-Seirawan0301_137.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-431\" src=\"http:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/220px-Seirawan0301_137.jpg\" alt=\"220px-Seirawan0301_137\" width=\"220\" height=\"268\" \/><\/a><br \/>\nYasser Seirawan<\/p>\n<p>\u201e\u00dcber meinen Stil\u201c schreibt Larsen in seinem sch\u00f6nen Buch <i>Alle Figuren greifen an<\/i>: \u201eWenn Sie sich meine Turnierergebnisse ansehen, werden Sie feststellen, dass meine Remisquote deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Ich halte nichts davon, mit Schwarz auf Remis und mit Wei\u00df auf Sieg zu spielen. Meiner Ansicht nach ist es sinnlos, vor einem Meister den Hut zu ziehen, weil er in einem Turnier ohne Niederlage geblieben ist, wenn er damit nur z.B. den f\u00fcnften Platz belegt. Zumeist hat er dann betont vorsichtig und ohne Inspiration gespielt, seine Partien wecken kaum das Interesse des Publikums, und die Gegner sehen in der Begegnung mit diesem \u201aFriedensapostel\u2019 eine willkommene Atempause w\u00e4hrend des kr\u00e4fteraubenden Turniers.\u201c (Bent Larsen, <i>Alle Figuren greifen an<\/i>, SchachDepot Verlag 2009, S. 181)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/cover_larsen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1171\" src=\"http:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/cover_larsen.jpg\" alt=\"cover_larsen\" width=\"312\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/cover_larsen.jpg 312w, https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/cover_larsen-195x300.jpg 195w\" sizes=\"(max-width: 312px) 100vw, 312px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Larsen hatte keine Angst, Risiken einzugehen, um den Gegner vor Probleme zu stellen, er liebte es, das \u201eWasser zu tr\u00fcben, um den Fisch zu fangen\u201c und machte das mit gro\u00dfem Geschick. Die folgende Partie gegen den jugoslawischen Meister Iztok Jelen ist typisch. Entdeckt habe ich sie allerdings nicht in Larsens Buch, sondern in <i>Best Chess Games, 1970-1980<\/i> von Jon Speelman, einem meiner Lieblingsschachb\u00fccher und eine wahre Fundgrube aufregender, unterhaltsam und analytisch tiefsch\u00fcrfend kommentierter Schachpartien.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/cover_speelman.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1172\" src=\"http:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/cover_speelman.jpg\" alt=\"cover_speelman\" width=\"228\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/cover_speelman.jpg 228w, https:\/\/johannes-fischer.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/cover_speelman-190x300.jpg 190w\" sizes=\"(max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gespielt wurde die Partie beim Gro\u00dfmeisterturnier Ljubljana\/Portoroz 1977. Larsen gewann dieses Turnier mit 9,5 aus 13, Zweiter wurde Vlastimil Hort mit 9 aus 13. Seinen Turniersieg verdankt Larsen unter anderem der Tatsache, dass er gegen die sechs Spieler am Tabellenende 6 aus 6 holte. Das ging nicht immer ohne Risiko.<\/p>\n\n\n<p class=\"rpbchessboard-spacerBefore\"><\/p>\n\n<div id=\"rpbchessboard-69dfd984dea07-1\" class=\"rpbchessboard-chessgame\">\n\t<noscript>\n\t\t\t\t<div class=\"rpbchessboard-noJavascriptBlock\">[Event &quot;Ljubljana\/Portoroz&quot;]\r\n[Site &quot;Ljubljana&quot;]\r\n[Date &quot;1977.??.??&quot;]\r\n[Round &quot;11&quot;]\r\n[White &quot;Jelen, Iztok&quot;]\r\n[Black &quot;Larsen, Bent&quot;]\r\n[Result &quot;0-1&quot;]\r\n[ECO &quot;A30&quot;]\r\n[WhiteElo &quot;2370&quot;]\r\n[BlackElo &quot;2615&quot;]\r\n[Annotator &quot;Johannes Fischer&quot;]\r\n[PlyCount &quot;83&quot;]\r\n[EventDate &quot;1977.06.??&quot;]\r\n[EventType &quot;tourn&quot;]\r\n[EventRounds &quot;13&quot;]\r\n[EventCountry &quot;YUG&quot;]\r\n[EventCategory &quot;12&quot;]\r\n[Source &quot;ChessBase&quot;]\r\n[SourceDate &quot;1999.07.01&quot;]\r\n\r\n1. Nf3 b6 2. g3 Bb7 3. Bg2 c5 4. c4 g6 5. O-O Bg7 6. d4 cxd4 7. Nxd4 Bxg2 8.\r\nKxg2 Nc6 9. Nc2 Rc8 10. Ne3 Nf6 11. Nc3 O-O 12. Rb1 e6 $5 {Nach einer\r\ninsgesamt ruhigen Er\u00f6ffnung ist eine ausgeglichene, harmlos wirkende Stellung\r\nentstanden, in der Schwarz nichts zu bef\u00fcrchten hat und \u00fcber einen leichten\r\nEntwicklungsvorsprung verf\u00fcgt. Andererseits steht Wei\u00df sehr solide und\r\nwirkliche Gewinnchancen f\u00fcr Schwarz sind nicht zu sehen. Doch Larsen tut sein\r\nBestes, um Verwirrung zu stiften.} 13. b3 d5 {Schwarz opfert einen Bauern, um\r\nKomplikationen herbeizuf\u00fchren.} 14. cxd5 Nb4 15. Ba3 a5 16. Qd2 Ng4 17. Ncd1\r\nNxe3+ 18. Nxe3 Bc3 19. Qd1 Re8 20. Bxb4 (20. dxe6 Rxe6 21. Qxd8+ Rxd8 $15 {\r\nSpeelman} 22. Rfd1 (22. Bxb4 axb4) (22. Bb2 Nxa2 23. Bxc3 Nxc3 24. Rb2) 22...\r\nRxd1 23. Rxd1 Nxa2) 20... axb4 21. Qd3 Rc5 22. dxe6 Qa8+ 23. Kg1 Rxe6 24. Rbd1\r\nQxa2 {Schwarz hat den geopferten Bauern zur\u00fcckgewonnen, aber daf\u00fcr geht\r\nWei\u00df nun zum Gegenangriff \u00fcber.} 25. Qd8+ Kg7 26. Nd5 Qxb3 27. Ne7 Qc4 28.\r\nQg8+ Kf6 29. Qh8+ Kg5 30. Qf8 Rxe2 31. Ng8 h5 {Speelman analysiert diese\r\nStellung ausf\u00fchrlich und gibt diesem Zug ein Fragezeichen. Er meint, dass\r\nSchwarz danach auf Verlust steht und empfiehlt stattdessen 31&#8230;Kg4 und\r\nbesch\u00e4ftigt sich dann mit Lust an Komplikationen und bizarren Varianten vor\r\nallem mit den wei\u00dfen Fortsetzungen 32.Sh6+ und 32.Dd8. Am Ende r\u00e4umt er ein:\r\n&#8220;Ich habe die danach entstehenden Varianten lange Zeit analysiert und muss\r\nzugeben, dass mich das v\u00f6llig verwirrt hat. &#8230; Um es\r\nzusammenfassen: Nach 32.Dd8 kommt Wei\u00df vielleicht in Vorteil, aber die\r\nStellung ist unglaublich komplex.&#8221;} 32. Nh6 Bd2 33. Nxf7+ {Wahrscheinlich\r\nwurde die wei\u00dfe Bedenkzeit hier bereits knapp. Und wahrscheinlich hat er die\r\nPartiefortsetzung mit der scheinbar verlockenden Kombination f\u00fcr Wei\u00df\r\nbereits hier gesehen, aber falsch eingesch\u00e4tzt. Der Computer empfiehlt hier\r\nlapidar} (33. Qh8 {mit der vernichtenden Drohung 34.f4+ und kommt nach einigem\r\nNachdenken zu dem Schluss, dass dann} Qf4 {die beste schwarze Verteidigung ist,\r\nWei\u00df dann aber nach} 34. h4+ {forciert Matt setzen kann.}) 33... Kg4 34. Rxd2\r\nRxd2 35. f3+ Kh3 36. Qc8+ {Ein klassisches Ablenkungsmotiv. Schwarz kann nicht\r\n36&#8230;Txc8 spielen, weil er dann mit 37.Sg5# Matt gesetzt wird. Also bleibt ihm\r\nnur ein Zug:} Qg4 $1 {Streng logisch gesehen verdienen erzwungene Z\u00fcge kein\r\nAusrufezeichen. Aber vermutlich hat Larsen diese Ressource ebenfalls schon\r\nlange vorher gesehen, vielleicht sogar schon, als er 31&#8230;h5 gespielt hat.} 37.\r\nNg5+ (37. fxg4 Rxc8) 37... Rxg5 38. fxg4 Rg2+ 39. Kh1 Rc5 $1 {Schwarz hat\r\neinen Turm f\u00fcr die Dame, verschm\u00e4ht aber das m\u00f6gliche Remis durch\r\nDauerschach, weil er auf Gewinn spielen will.} 40. Qd8 $2 ({Mit dem letzten\r\nZug vor der Zeitkontrolle gibt Wei\u00df das Remis aus der Hand. Zum Remis f\u00fchrte\r\n} 40. Qd7 {, denn dann kann Schwarz nicht 40&#8230;Tcc2 spielen, weil Wei\u00df\r\ndaraufhin mit 41.gxh5# unerwartete Erfolge feiert. Also muss Schwarz nach 40.\r\nDd7 mit 41&#8230;Tg2+ das Dauerschach forcieren. Aber man kann Wei\u00df verstehen.\r\nMit 40.Dd8 schafft er nicht nur die Zeitkontrolle, sondern droht auch noch 41.\r\nDd8#.}) 40... Rxh2+ 41. Kg1 g5 $1 {Schwarz pariert die Mattdrohung auf h4 &#8211;\r\nund Wei\u00df steht trotz seinem Materialvorteil auf Verlust. Die schwarze Drohung 42&#8230;\r\nTcc2 ist einfach zu stark.} 42. Rb1 {Hier wurde die Partie abgebrochen und\r\nWei\u00df hatte genug Zeit, die tr\u00fcben Wasser zu kl\u00e4ren. Was er da gesehen hat,\r\nwird ihn allerdings nicht gefreut haben. Denn was soll Wei\u00df nach 42&#8230;Tcc2\r\nmachen? Er muss die Mattdrohung 43&#8230;Tg2+ nebst 44&#8230;Th1# parieren, doch nach\r\n43.Dd5 Tcg2+ 44.Dxg2 Txg2+ landet er in einem hoffnungslosen Turmendspiel.\r\nAlso gab Wei\u00df auf ohne die Partie wieder aufzunehmen. Larsen wurde f\u00fcr seine\r\nriskante Strategie belohnt &#8211; wie so oft in seiner Karriere.} 0-1<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"rpbchessboard-javascriptWarning\">\n\t\t\tSie m\u00fcssen JavaScript aktivieren, um die Notation zu verbessern.\t\t<\/div>\n\t<\/noscript>\n\t<div class=\"rpbchessboard-chessgameAnchor\"><\/div>\n\t<script type=\"text\/javascript\">\n\t\tjQuery(document).ready(function($) {\n\t\t\t\t\t\t$.chessgame.navigationButtonClass  = 'rpbchessboard-jQuery-enableSmoothness';\n\t\t\t$.chessgame.navigationFrameClass   = 'wp-dialog';\n\t\t\t$.chessgame.navigationFrameOptions = {\"squareSize\":40,\"showCoordinates\":true,\"colorset\":\"original\",\"pieceset\":\"cburnett\",\"animationSpeed\":200,\"showMoveArrow\":false};\n\t\t\tvar selector = '#' + \"rpbchessboard-69dfd984dea07-1\" + ' .rpbchessboard-chessgameAnchor';\n\t\t\t$(selector).removeClass('rpbchessboard-chessgameAnchor').chessgame({\"pgn\":\"[Event \\\"Ljubljana\\\/Portoroz\\\"]\\r\\n[Site \\\"Ljubljana\\\"]\\r\\n[Date \\\"1977.??.??\\\"]\\r\\n[Round \\\"11\\\"]\\r\\n[White \\\"Jelen, Iztok\\\"]\\r\\n[Black \\\"Larsen, Bent\\\"]\\r\\n[Result \\\"0-1\\\"]\\r\\n[ECO \\\"A30\\\"]\\r\\n[WhiteElo \\\"2370\\\"]\\r\\n[BlackElo \\\"2615\\\"]\\r\\n[Annotator \\\"Johannes Fischer\\\"]\\r\\n[PlyCount \\\"83\\\"]\\r\\n[EventDate \\\"1977.06.??\\\"]\\r\\n[EventType \\\"tourn\\\"]\\r\\n[EventRounds \\\"13\\\"]\\r\\n[EventCountry \\\"YUG\\\"]\\r\\n[EventCategory \\\"12\\\"]\\r\\n[Source \\\"ChessBase\\\"]\\r\\n[SourceDate \\\"1999.07.01\\\"]\\r\\n\\r\\n1. 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Die schwarze Drohung 42&#8230;\\r\\nTcc2 ist einfach zu stark.} 42. Rb1 {Hier wurde die Partie abgebrochen und\\r\\nWei\\u00df hatte genug Zeit, die tr\\u00fcben Wasser zu kl\\u00e4ren. Was er da gesehen hat,\\r\\nwird ihn allerdings nicht gefreut haben. Denn was soll Wei\\u00df nach 42&#8230;Tcc2\\r\\nmachen? Er muss die Mattdrohung 43&#8230;Tg2+ nebst 44&#8230;Th1# parieren, doch nach\\r\\n43.Dd5 Tcg2+ 44.Dxg2 Txg2+ landet er in einem hoffnungslosen Turmendspiel.\\r\\nAlso gab Wei\\u00df auf ohne die Partie wieder aufzunehmen. 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