Kurz und knapp: William Boyds „Einfache Gewitter“

Adam Kindred lebt in den USA, ist Klimatologe und in London, weil er sich nach seiner Scheidung an einer englischen Universität beworben hat. In einer Pizzeria unterhält er sich zufällig mit dem Pharmaforscher Philip Wang. Wang hinterlässt seine Adresse, aber vergisst eine Mappe mit Papieren. Kindred will Wang die Mappe bringen, doch als er zu dessen Wohnung kommt, liegt Wang mit einem Messer in der Brust im Sterben. Kindred flieht. Die Polizei sucht ihn, der wirkliche Mörder ebenfalls, Kindred taucht unter und lebt als Obdachloser in London. Aus dieser Konstellation macht William Boyd einen spannenden Thriller über Identität, Zufälle, die Folgen scheinbar harmloser Entscheidungen, London und die Kraft der Themse. Bibliographische Angaben

Auf das Dach locken…

Strategem 28 (Quelle: Wikipedia)

Strategem 28 (Quelle: Wikipedia)

…um dann die Leiter wegzuziehen. Das ist Strategem Nummer 28 der ehemals geheimen 36 chinesischen Strategeme, die Erfolg, Wohlstand und Glück in allen Lebenslagen versprechen. Experten haben dieses Strategem unterschiedlich interpretiert. Zum Beispiel kann es bedeuten, in einer Krisensituation die Brücken hinter sich abzubrechen, um sich oder andere zu zwingen, alle Kräfte zu mobilisieren. Im Schach wird dieses Strategem angewandt, wenn man seinen Gegner zu einem Angriff verleitet, der ins Leere läuft und mit einem Gegenangriff gekontert wird. Weiterlesen…

Einfach gut: Michael Steans „Simple Chess“

Michael Stean, geboren am 4. September 1953, gehörte Mitte der 70er Jahre zu den stärksten englischen Spielern. Er erzielte eine Reihe von Erfolgen in internationalen Turnieren und kam fünf Mal in die englische Olympiaauswahl. 1978 und 1981 arbeitete er als Sekundant von Viktor Kortschnoi, der in dieser Zeit zwei Mal die Kandidatenwettkämpfe gewann und gegen Anatoly Karpov um die Weltmeisterschaft spielen durfte. 1982 zog sich Stean im Alter von 29 Jahren vom Schach zurück und wurde Steuerberater. Zum Glück schrieb er 1978, vier Jahre vor Ende seiner Schachkarriere, noch einen kleinen Klassiker: Simple Chess, eine wunderbare Einführung in die Grundregeln der Schachstrategie. Weiterlesen…

Souverän: Hikaru Nakamura im ersten Halbjahr 2015

nakamura_teaserHikaru Nakamura Schach spielen zu sehen, ist ein Erlebnis. Er überrascht mit Eröffnungen wie 1.e4 e5 2.Dh5!? und spielt stets erfrischend kämpferisch, einfallsreich und auf Gewinn. Doch vor allem spürt man seinen Kampfgeist. Beim Blitz beeindruckt seine Schnelligkeit, beim klassischen Schach sein Mienenspiel. Am Montag, den 15. Juni 2015, gibt sich der in Japan geborene Amerikaner wieder die Ehre und tritt beim Norway Chess Turnier, einem der stärksten Turniere des Jahres, in den Ring. Nakamura geht als Vierter der Weltrangliste und damit als Vierter der Setzliste ins Rennen. Zugleich startet Nakamura das erste Mal in seinem Leben mit einer Elo-Zahl von über 2800 Punkten. Die verdankt er einer Reihe von Erfolgen in der ersten Hälfte des Jahres. Er wirkte dabei ruhiger und souveräner als je zuvor. Weiterlesen…

Wei Yi führt bei Chinesischer Meisterschaft

weiyi_teaserZurzeit, vom 18. bis 29. Mai, finden in Xinghua die chinesischen Meisterschaften statt. Männer und Frauen spielen parallel und bei den Herren gingen zwölf Spieler an den Start. Die Nachrichten über die Meisterschaft fließen spärlich. Die offizielle Webseite ist auf Chinesisch und zeigt kaum Fotos, bei den Partien fehlen die ersten beiden Runden. Immerhin kann man die Ergebnisse bei Chess-Results nachlesen und die aktuellen Partien auf dem ChessBase-Server verfolgen. Die Meisterschaft ist stark besetzt: Der Elo-Schnitt liegt bei 2606 und vier Spieler mit über 2700 Elo sind dabei: Ding Liren, Yu Yangyi, Wang Hao und Wei Yi. Weiterlesen…

Zufällige Zitate: Flake „Der Tastenficker“

flake_cover_teaser„John Lee Hookers Gitarre klang so warm und lebendig, dass selbst die Kratztöne auf den Saiten das Lied nicht störten, sondern eher am Laufen hielten und vorantrieben. Wenn ein Lied von ihm anfing, war es, als würde eine Tür zu einer anderen Welt geöffnet. Es fühlte sich für mich nie so an, als würde ich nur in einem Strom mitschwimmen oder in einen Sog gezogen werden. Die Songs waren für mich auch eine Art fliegender Vogel, der durch einzelne gezielte Töne aufgescheucht und weiter in Schwung gehalten wird. Hookers Stimme hielt alles zusammen, und sie klang so eindringlich, dass ich mich persönlich von ihr angesprochen fühlte. Weiterlesen…

Chinas Schachhoffnung Wei Yi: Ein paar Zahlen, zwei Partien

weiyi_teaserVielen gilt der Chinese Wei Yi als Kandidat für den Weltmeistertitel. Das hat Gründe. Am 1. März 2013 wurde der am 2. Juni 1999 geborene Wei Yi im Alter von 13 Jahren, 8 Monaten und 23 Tagen beim Turnier in Reykjavik der damals jüngste Großmeister der Welt und viertjüngster Großmeister aller Zeiten. Nur Sergey Karjakin (12 Jahre, 7 Monate, 0 Tage, damals Ukraine, jetzt Russland), Parimarjan Negi (13 Jahre, 4 Monate, 22 Tage, Indien) und Magnus Carlsen (13 Jahre, 4 Monate, 27 Tage, Norwegen) schafften es schneller zum Titel. Am Tag seines Titelgewinns, am 1. März 2013, hatte Wei Yi eine Elo-Zahl von 2526, zwei Jahre und zwei Monate später, am 1. Mai 2015, kommt der Chinese bereits auf 2718 Punkte. Damit ist er die neue Nummer eins bei den Junioren und die Nummer 33 der Weltrangliste. Das Jahr 2015 lief bislang gut für den chinesischen Junggroßmeister – sehr gut. Noch mehr Zahlen und zwei Partien…

Originell und origineller

teaserbildGäbe es zusätzliche Elo-Punkte für originelles Spiel, wäre Richard Rapport in der Weltrangliste sicher noch weiter vorne. Die ungewöhnlichen Züge des ungarischen Großmeisters, mit einer Elo-Zahl von 2710 im April Nummer eins der Juniorenweltrangliste, haben ihm viel Aufmerksamkeit und zahlreiche Erfolge verschafft. Den Ägypter Ahmed Adly, 2007 U20-Weltmeister, aktuelle Elo-Zahl 2589, scheinen sie angestachelt zu haben, es dem kreativen Ungarn mindestens gleichzutun. Adly durfte in Runde sieben der Mannschaftsweltmeisterschaft 2015, die im April im armenischen Tsaghkadzor stattfand, beim Kampf Ägypten gegen Ungarn gegen Rapport spielen – und von Beginn an überboten sich beide mit originellen und überraschenden Zügen. Das führte zu einer der ungewöhnlichsten Partien der letzten Jahre. Zur Partie…

Zufällige Zitate: „Flaubert und moderne Erzählung“

Gustave_Flaubert„Romanautoren sollten Flaubert danken wie Dichter dem Frühling: mit ihm fängt alles wieder an. Tatsächlich gibt es eine Zeit vor Flaubert und eine Zeit nach ihm. Flaubert bestimmte maßgeblich, was die meisten Leserinnen und Autoren unter moderner realistischer Erzählung verstehen, und sein Einfluss ist fast zu vertraut, um ihn noch zu bemerken. Bei guter Prosa bemerken wir selten, dass sie das vielsagende und brillante Detail mag; dass sie ein hohes Maß visueller Erkenntnis bevorzugt; dass sie eine unsentimentale Fassung bewahrt und weiß, wann sie sich, wie ein guter Diener, überflüssiger Kommentare enthalten muss; dass sie gut und schlecht neutral bewertet; dass sie nach der Wahrheit sucht, auch auf die Gefahr hin uns abzustoßen; und dass der Fingerabdruck des Autors bei all dem paradoxerweise Spuren hinterlässt, aber nicht sichtbar ist. Manches davon kann man bei Defoe, Austen oder Balzac finden, aber vor Flaubert nicht all das.“

Das schreibt der amerikanische Literaturkritiker, Essayist und Autor James Wood auf Seite 32 seines 2009 veröffentlichten Buches How Fiction Works, einer brillanten Analyse grundlegender Fragen und Techniken von Erzählungen und Literatur. Die deutsche Version dieses Buches erschien 2011 unter dem Titel Die Kunst des Erzählens.

Siehe auch, „Zur Erinnerung an Gustave Flaubert“, Mario Vargas Llosas Liebeserklärung an Madame Bovary.

Immer wieder schön: Matt setzen mit dem Königsgambit

kingsgambitIm Spitzenschach ist das Königsgambit ein seltener Gast, aber viele Schachspieler haben eine – vielleicht nostalgische – Schwäche für diese Eröffnung. Denn mit 2.f4 macht Weiß deutlich, dass er begriffen hat, worum es im Schach geht: Matt setzen, koste es, was es wolle. Ein derart direkter Ansatz ist heutzutage, wo Computer jedes inkorrekte Opfer unbarmherzig widerlegen, ein wenig aus der Mode gekommen. Doch auch wenn Schwarz theoretisch über viele gute Möglichkeiten verfügt, das Königsgambit zu entschärfen, so ist das praktisch nicht ganz einfach. Denn der weiße Angriff kann schnell gefährlich werden und so hat das Königsgambit der Schachgemeinde im Laufe der Jahrhunderte eine ganze Reihe berühmter Opferpartien beschert. Ein hübscher Mattangriff mit dem Königsangriff gelang auch dem Nürnberger Jugendspieler Adrian Siegl bei den Bayerischen Jugendmeisterschaften in Bad Kissingen. Zur Partie…

Vor vierzig Jahren: Anatoly Karpov wird Weltmeister

anatoly_karpovWie die Zeit vergeht. Vor vierzig Jahren, am 3. April 1975, erklärte FIDE-Präsident Max Euwe Anatoly Karpov zum 12. Weltmeister der Schachgeschichte. Damit war Karpov der erste Schachweltmeister, der den Titel kampflos gewann. Denn der amtierende Weltmeister Bobby Fischer hatte darauf verzichtet, seinen Titel zu verteidigen, da der Weltschachbund Fischers viele Forderungen, wie ein Weltmeisterschaftskampf aussehen sollte, nicht erfüllen wollte. Es war das erste und einzige Mal, dass ein amtierender Weltmeister nicht zur Titelverteidigung antrat. Karpov spornte der kampflose Titelgewinn dazu an, in Turnieren zu beweisen, dass er die klare Nummer eins der Welt ist. Weiterlesen…

Kritik in Kürze: Anne Goldmann „Lichtschacht“

cover_lichtschacht_teaserLena ist vor kurzem nach Wien gezogen und lebt in der Wohnung ihrer Freundin Steffi. Eines Abends schaut sie aus dem Fenster und beobachtet einen Mann und zwei Frauen, die auf dem Dach des Hauses gegenüber sitzen. Plötzlich ist eine der Frauen verschwunden. Mord, Unfall oder nur Einbildung? Das erinnert an Alfred Hitchcocks Fenster zum Hof und ist Ausgangslage für Anne Goldmanns Roman Lichtschacht. Kritik in Kürze…

Gut erklärt: Boris Gulkos „Lessons with a Grandmaster“

cover_teaserSchachdatenbanken mit ihren Millionen von Partien sind wunderbar, verleiten aber zu schlechten Angewohnheiten. Schnell ein paar Tasten gedrückt und schon steht ein hübscher Mattangriff, ein flottes Damenopfer oder ein studienartiges Endspiel auf dem Brett. Und weil es so schön war, kommt gleich die nächste Partie aufs virtuelle Brett. Hat man Fragen, wird die Engine angeworfen – wenn sie nicht sowieso immer läuft. Viel verstanden von den Partien hat man am Ende oft nicht. Da fragt man besser Großmeister Boris Gulko. Der bietet Lessons with a Grandmaster. Ein Beispiel…

Koan im Krimi: Robert van Guliks „Der geschenkte Tag“

cover_der_geschenkte_tagRobert van Gulik, geboren am 9. August 1910 in Zutphen, Holland, gestorben am 24. September 1967 in Den Haag, war ein Mann mit vielen Talenten: Er arbeitete als Diplomat in Japan, Ägypten, China, den USA sowie Malaysia und sprach unter anderem Chinesisch, Englisch, Französisch, Japanisch und Russisch. Außerdem veröffentlichte er ein Wörterbuch der Sprache der Blackfoot-Indianer sowie wissenschaftliche Werke über Gibbonaffen, die chinesische Laute und das Sexualverhalten im alten China. Berühmt wurde er jedoch durch seine Kriminalromane um Richter Di aus dem alten China. Einmal unternahm van Gulik jedoch auch einen Krimiausflug in das Amsterdam der  60er Jahre. Heraus kam dabei Der geschenkte Tag, ein faszinierender Kriminalroman mit ungewöhnlichen Themen. Weiterlesen…

Bobby Fischer: Bücher über einen Mythos

Bobby FischerBobby Fischer wurde am 9. März 1943 im Michael Reese Hospital in Chicago geboren. Seine Mutter, Regina Fischer, war alleinerziehend und damals obdachlos, seine ältere Schwester Joan lebte bei ihrem Großvater Jacob Wender, dem Vater von Regina. Bald nach Bobbys Geburt holte Regina ihre Tochter wieder zu sich und zog auf der Suche nach Arbeit mit ihren beiden Kindern nach Kalifornien, Idaho, Oregon, Illinois und Arizona. 1949 kam sie nach New York. Dort lernte Bobby Schach und wurde später der vielleicht beste Spieler aller Zeiten. Zur Erinnerung an Fischers 71. Geburtstag habe ich letztes Jahr in der April-Ausgabe 2014 der Zeitschrift Schach einen Artikel über deutschsprachige Bücher zum Thema Fischer veröffentlicht. Zum 72. Geburtstag des umstrittenen Genies erscheint dieser Artikel jetzt mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Schach hier im Blog. Zum Artikel…

P. H. Clarke über Tigran Petrosian

clarke_petrosians_best_gamesAm 11. Dezember 2014 starb der 1933 geborene englische Schachspieler, Übersetzer und Autor Peter Hugh Clarke. Nachdem ich Malcolm Peins Nachruf in der Online-Ausgabe des Telegraph gelesen hatte, blätterte ich noch einmal in Clarkes Buch Petrosian’s Best Games of Chess, 1946-1963, einer Sammlung von 60 kommentierten Partien des Weltmeisters von 1963 bis 1969. Die Erstauflage erschien 1964 und wird heute bei amazon für 72,80 Euro gehandelt, die Taschenbuchausgabe von 1992 gibt es für stolze 497,87 Euro. Weiterlesen…

Erfolgreiche Provokation

rapport_teaserOriginelle Ideen hält man vor allem dann für gelungen, wenn man sie selber hat. Aber was tun, wenn der Gegner Regeln bricht und Züge spielt, von denen jeder Anfänger weiß, dass sie schlecht sein müssen? Kann man damit leben, dass viele Regeln nicht so absolut sind, wie sie suggerieren? Ist man verunsichert und weiß nicht weiter oder will man Frechheit, Frevel und Provokation umgehend bestrafen und mit noch originelleren Zügen übertrumpfen? Das kann schnell zur Katastrophe führen. Wie der junge Ungar Richard Rapport (Foto, Quelle: pl.wikipedia.org), der gern schon im zweiten oder dritten Zug überrascht und provoziert, immer wieder zeigt. Zum Beispiel in der ersten Runde der Bundesligasaison 2014/2015. Rapport, mit einer Elo-Zahl von 2720 zur Zeit die Nummer 28 der Welt, spielte gegen Alexander Donchenko eine ungewöhnliche Eröffnung, die ihm einen schnellen Sieg bescherte. Zur Partie…

Fatih Akin im Gespräch

fatih_akinDer 1973 in Hamburg Altona geborene Fatih Akin (Foto: Manfred Werner, Wikipedia) ist ein wunderbarer und wunderbar vielfältiger Regisseur. Unter anderem drehte er die Hamburger Gangsterballade Kurz und schmerzlos, die beschwingt leichte Liebeskomödie Im Juli, um dann in Gegen die Wand die zerstörerischen Seiten von Liebe und Leidenschaft zu zeigen. Nicht zu vergessen der ruhige, melancholische und phantastisch komponierte Film Auf der anderen Seite, in meinen Augen ein Geniestreich und einer der besten deutschen Filme überhaupt. Am 16. Oktober 2014 kommt The Cut ins Kino, Akins neuer Film, der sich mit dem Völkermord an den Armeniern 1915 und 1916 beschäftigt. In einem ausführlichen Interview im Deutschlandfunk sprach Akin über The Cut, den Ärger, den er sich damit eingehandelt hat, warum er glaubt, im nächsten Jahr Bodyguards zu brauchen, die filmische Darstellung von Gewalt, was ihn inspiriert und wie er arbeitet.

Zufällige Zitate: Aus Karen Duves „Taxi“

teaser_cover„Der Trendforscher hatte sich mit der zunehmenden Vereinzelung der Westeuropäer beschäftigt und vorausgesagt, dass sich in den Großstädten demnächst nach Geschlechtern getrennte Stadtteile herausbilden würden, in denen entweder nur noch Single-Frauen oder Single-Männer leben würden. Die Single-Frauen würden in schnuckeligen kleinen Stadtteilen wie Eppendorf oder Eimsbüttel wohnen. Sie würden Rüschengardinen an den Fenstern ihrer Altbauten anbringen, und es würde Cafés und Buchläden geben und Geschäfte, in denen man hübschen sinnlosen Krimskrams kaufen konnte. In den Männer-Stadtteilen würden Zweckbauten stehen – ohne Rüschengardinen. Weiterlesen…

Der Literaturwissenschaftler als Romanheld

cover_225Denke ich an mein Studium zurück, erinnere ich mich besonders gerne an das Seminar „Der Literaturwissenschaftler als Romanheld“. Ein schöner Titel, ein ergiebiges Thema. Dozent war Dirk Vanderbeke, mittlerweile Professor für Anglistik an der Universität von Jena. Wir besprachen so unterschiedliche Bücher wie den unterhaltsamen Campusroman Small World von David Lodge, Robert M. Pirsigs Klassiker Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten, den ich mit 16 begeistert verschlungen hatte, aber beim zweiten Lesen enttäuschend fand, Italo Calvinos elegantes und überaus witziges Wenn ein Reisender in einer Winternacht… oder Pale Fire von Vladimir Nabokov, ein schwer zugängliches elaboriertes literarisches Versteckspiel. Einmal auf das Seminarthema aufmerksam geworden, stößt man übrigens auf erstaunlich viele Bücher mit Literaten oder Literaturwissenschaftlerinnen als Hauptfigur. Ein aktuelles Beispiel liefert das vor kurzem erschienene Krimidebüt Die Akademiemorde des schwedischen Autors Martin Olczak. Weiterlesen…